Emil Mündlein: Eine Spur im Strom

Ein schmales, aber dafür eindrucksvolles Oevre hat Emil Mündlein (1940 – 2009) hinterlassen. So wie ein Schiff keine Spuren auf dem Wasser hinterlässt, ist es mit dem Leben. Es bleibt nur die Erinnerung. Mündlein war selbst acht Jahre Binnenschiffer. Mit einer unprätentiösen und dichten Sprache beschreibt er wehmütig eine untergegangene Welt, in der jedes Schiff noch seine eigene Seele hatte. Und auf den Schiffen fuhren Menschen, die Freude empfanden und die Sorgen und Schmerzen hatten. Es ist keine romantisierende Sicht der Vergangenheit. Heute jedoch ist der Rhein nur noch „Fließband für Lasten, … rationell und nach der Stoppuhr.“ Die Menschen in ihrer Individualität sind überflüssig geworden.

Die Bilder von Gisela Mott-Dreizler, teils doppelseitig, teils ganzseitig, teils im Text, passen exakt zu den einzelnen Textstellen. Die Durchdringung von Text und Bild ist perfekt. In vorwiegend blauen und grünen Tönen schildert sie den Rhein, die Schiffe und die umgebenden Landschaften. Es sind dies Rheinauen mit knorrigen Weiden, romantische und für die Schiffer gefährliche Felsen, aber auch endlose Industrielandschaften. Das Lob wäre nicht vollständig ohne auf Buchgestaltung, Typographie und die Arbeit des Buchbinders hinzuweisen. Es ist deshalb nicht nur ein inhaltlich und künstlerisch interessantes Buch, sondern auch ein schönes Buch geworden.

Mündlein, Emil und Gisela Mott-Dreizler: Eine Spur im Strom. Mit Holzschnitten und Linolätzungen von Gisela Mott-Dreizler. Witzwort : Quetsche, Verlag für Buchkunst, 2011. 60 nn. S. : 62 Ill. ; 400 mm x 280 mm HLeder mit bedruckten Deckeln und bedruckten Vorsätzen, im bedruckten Schuber. 2000,00 €

Eines von 18 num. Exemplaren. Buchgestaltung von Gisela Mott-Dreizler und Reinhard Scheuble. Druckvermerk von Gisela Mott-Dreizler sign. – Zustand neuwertig.

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