Addio, mia bella Capri

Christian Wilhelm Allers (1857 – 1915) gehörte zu den bekannten Künstlerpersönlichkeiten des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Er war mit Bismarck befreundet und mit vielen Spitzen der wilhelminischen Gesellschaft gut bekannt. 1892 liess sich Ahlers eine große Villa auf Capri errichten. Diese wurde zum Mittelpunkt des dortigen künstlerischen Lebens und zog Besucher aus ganz Europa an, vornehmlich Hochadelige, Militärs, Salondamen, Wissenschaftler, Schriftsteller und Künstler. In seinem Capri-Buch verewigte er seine Liebe zu der Insel. Wiedergaben von Ölgemälden zeigen vor allem die Landschaft. Sehr reizvoll sind seine Zeichnungen, vor allem wenn sie auf humoristischen Art den Kontrast zwischen Einheimischen und deutschen Touristen beleuchten. Die Veröffentlichung „Krupp auf Capri“, die Friedrich Alfred Krupp der Homosexualität bezichtigte, zog auch Allers in den Skandal hinein. Er besaß eine kleine Höhle an der Marina Piccola, die als Ort des unzüchtigen Geschehens galt. Allers wurde der Päderastie beschuldigt und 1903 von einem italienischen Gericht zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Er floh und reiste mehrmals um die Welt. Seinen Lebensunterhalt verdiente er vor allem durch Porträts, die er mit dem Künstlernamen W. Andresen signierte.

Allers, Christian Wilhelm: Capri. 50 Facsimiledrucke und 12 Aquarell-Gravuren (auf Tafeln). Text von E. v. Wald-Zedtwitz. München, Hanfstaengel, 1894. Titelvignette, 42 Tafeln mit 60 Abb., 6 Bll. Fol., OLeinen mit Goldprägung und Goldschnitt [nbsp][nbsp]780,00 €

Lipperheide Jbc 29. – Einband tls. berieben und bestossen, Gelenke mit kl. Einrissen, sonst gut.

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