Jo Bukowski: auf und ab

Jo Bukowski: auf und ab

Man muss schon zweimal hinschauen, aber dann lassen einen die Bilder des 1956 in Bielefeld geborenen Jo Bukowski nicht mehr los. Selten mehr als zwei geometrische Farbflächen gestalten das Bild. Breite Farbflächen bilden eine Textur an der Oberfläche. Dann bekommt das Bild seine dritte Dimension: Linien, die in die Tiefe gehen. Sie verbinden nicht einfach die Flächen. Sie führen vielmehr über die Fläche hinaus und bekommen ein Eigenleben.

Bukowskis Bilder erzählen keine Geschichten. Es gibt keine Verbindung zu Ereignissen oder zu Mythen. Und doch haben die Bilder Inhalt. Es sind die Linien, die auf vielfältige Weise gelesen werden können: als plan- und ziellos irrende Lebenslinien, als Linien, die Menschen, Orte und Ereignisse verbinden, als Linien, die ein unterirdisches Wurzelgeflecht bilden, als Linien, die vom Dunklen ins Helle streben und vieles mehr. Und wie das Leben, haben die Linien einen Rhythmus: manchmal kleinzackig, nervös und ängstlich, oft grosszügig beschwingt und Ruhe ausstrahlend.. Die Linien Bukowskis sind ein radikal reduziertes Gleichnis vom Leben, nicht nur dem des Menschen.

Die Kunst Bukowskis zeigt so die auf das Wesentliche reduzierte Struktur. Der Betrachter fühlt sich darin aufgenommen. Die warmen Farbtöne der Flächen leisten dazu ihren Beitrag. Nichts stört dabei. Das Nachdenken darüber, an welchem Punkt auf der Linie man sich gerade befindet, kann beginnen.

Jo Bukowski, Linien, Farbholzschnitt, 2001, unten rechts signiert und datiert, Unikat, 40 x 40 cm, unverkäuflich.

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