Jean Genet und fünf Radierungen von Johannes Vennekamp

Jean Genet (1910-1986), der Aussenseiter ohne soziales Gewissen, betrieb stets die Ästhetisierung des Unerklärlichen. Sein 1948 entstandener hymnischer Liebesgesang an den 18-jährigen Fischerjungen aus Suquet, einem Altstadtviertel von Cannes, beginnt mit der einfachen Annäherung: „wie heisst du?“, und mündet in die kosmische Sehnsucht nach dem Unerreichbaren. Schon nach wenigen Versen wird die Grenze des real Fassbaren überschritten. Die Wortkaskaden Genets zu illustrieren, scheint unmöglich. Johannes Vennekamp (geb. 1935) gelingt dies, in dem er in fünf enigmatischen Illustrationen einen Spannungsbogen aufbaut: Am Anfang der schöne Fischerjunge, der mit den Augen vermessen wird, dann die aufgestaute, gefangene, quälende Sexualität, von der am Ende außer dem schönen Schein nichts bleibt.

Genet, Jean und Johannes Vennekamp: Der Fischer von Suquet. Deutsch von G. Edler. Hamburg, Merlin, 1970. 52 S. Mit 5 montierten Farbabb. und 5 separaten sign, OFarbradierungen von Johannes Vennekamp. 4°, OPpbd. mit aufgezog. farb. Deckelillustration in OPp.-Schuber (dieser leicht beschabt). 300,00 €

Nr. 91 von 100 Ex. der Vorzugsausgabe mit den 5 separaten Originalgraphiken.

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