Das kurze Leben der Schmetterlinge

Inger Christensen, Das kurze Leben der Schmetterlinge

Nicht sie schriebe, „sondern die Sprache selber“, sagt Inger Christensen (1935-2009) über ihre Arbeit. Das Poem besteht aus 15 Sonetten. Der letzte Vers eines Sonetts bildet den ersten des folgenden, und das letzte Sonnet setzt sich aus den Anfangsversen der vorhergehenden 14 zusammen. Wenn man vom Inhalt sprechen will: Es ist der Wunsch nach einem naturhaft normalen Verständnis vom eigenen Tod. Ein Leben, “ das nicht wie nichts stirbt“, ist Täuschung. Die Hoffnung ist, den Tod wie ein Abbild „des ewigen Sommers“, d. h. aus einem erfüllten Leben heraus, begegnen zu können.

 

Auf 15 Seiten stehen die 15 dänischen Strophen in einer gleichmäßigen Kalligraphie. Die Zeilen werden belebt durch collagierte Schmetterlinge, Initialen sowie einen Untergrund aus unregelmäßigen, farbigen Tuschpunkten. Auf dem darauffolgenden Doppelblatt steht, ebenfalls wieder handschriftlich, auf der linken Seite die deutsche Übertragung, auf der gegenüberliegenden rechten Seite die dazugehörige Malerei.

Schmetterlinge sind bunt wie das Leben. Sie verirren sich, täuschen Schönheit vor „und gaukeln den Toren des Universums ein Leben vor, das nicht wie nichts stirbt.#2

Christensen, Inger und Hanfried Wendland: Das Schmetterlingstal. Sommerfugledalen. Berlin, NeueKleiderDrucke, 2013. 68 nn. S. mit 15 ganzs. Malereien. Fol. (44 x 39 cm), HLeder mit aquarellierten Deckeln und handgestempelter Schrift, im Schuber.  3200,00 €

35. Buch. – Text handschriftlich in dänisch und deutsch. Papier: 250 g Alt-Mainz-Bütten. Eines von 5 num. Exemplaren (jedes Buch ein Original). 

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