Nicht das erste, das nächste Beste

Aufgrund seines Habitus gerne als Malerfürst apostrophiert, thematisiert Markus Lüpertz (* 1941) sein ganzes Schaffen hindurch Ereignisse und Gestalten deutscher Geschichte und antiker Mythen. Das Interesse am Rätselhafen, am Unergründlichen führte zwangsläufig zur Begegnung mit Friedrich Hölderlin (1770-1843). Dessen Gedicht „Das nächste Beste“ liegt in drei Fassungen vor, alle aus der Bad Homburger Zeit, nach 1800. Es schildert die Erinnerung an das „gastfreundliche Olivenland“, doch wie von dort die Stare nach Nordosten ziehen, sieht der – aus Bordeaux zurückgekehrte – Dichter in Süddeutschland seine Heimat. Ist die erste Fassung noch relativ kurz, wird in der zweiten und dritten Fassung das Thema extemporiert, mit teilweise unverständlichen Bildern und Anspielungen.  Die Frage, wer war Hölderlin wirklich, kann auch Lüpertz nicht beantworten. Seine Holzschnitte zu den Gedichten zeigen die Suche nach dem Gesicht hinter den Gesichtern.

Hölderlin, Friedrich und Markus Lüpertz: Das nächste Beste. Amsterdam, Picaron, 1990. 7 lose Doppelblätter im Original-Umschlag. Mit 4 signierten Farbholzschnitten von Markus Lüpertz. Fol. (38,5 x 27 cm), im Original-Holzschuber.

                                                                                                        2400,00 €

Eines von 10 Künstlerexemplaren (GA 46). Druckvermerk von Lüpertz signiert. – Zustand tadellos.

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